Regionalwert-AG OWL

Aufbau eines regionalen Wertschöpfungsraumes im Bereich Land- und Ernährungswirtschaft

Die Idee: Bürger*innen beteiligen sich durch den Kauf von Aktien an der Produktion, Verarbeitung und Vermarktung von nachhaltig erzeugten Lebensmitteln aus der und für die Region. Landwirtschaftliche Betriebe, das Lebensmittelhandwerk, der Handel und die Gastronomie in der Region vernetzen sich über die Regionalwert-AG, um die erzeugten Lebensmittel vor Ort zu verarbeiten und zu vertreiben. Die Kapitalanlagen dienen dazu, Partnerbetriebe bei ihren Investitionen zu unterstützen. Das Ziel der Regionalwert AG ist es, die nachhaltige Lebensmittelproduktion und -verarbeitung in der Region mit finanziellen Beteiligungen zu fördern.

In OWL soll gemeinsam mit den 4 LEADER- und 2 VITAL-Regionen der Weg hin zu einem regionalen Wertschöpfungsraum gestaltet werden. Im Rahmen des Kooperationsprojektes soll der Gründungsprozess der Regionalwert-AG unterstützt werden.

Dazu sollen zunächst regionale Akteur*innen und Multiplikator*innen gewonnen werden. Die Sensibilisierung der Akteur*innen spielt hierbei eine wichtige Rolle. Informationsveranstaltungen und Workshops tragen zur Information und zur Öffentlichkeitsarbeit bei. Die Regionalwert-Idee soll verdeutlicht und Erfahrungen vermittelt werden. Eine weiterführende Öffentlichkeitsarbeit mittels digitaler Medien und Printmedien informiert die Bewohner*innen, Unternehmen und Initiativen in der Region und über die Regionsgrenze hinaus. Mit den in der Region wirtschaftenden Betrieben und Initiativen soll schließlich ein Netzwerk aufgebaut und der Gründungsprozess der Regionalwert AG OWL vorbereitet werden.

 

Stadtwaldhütte Lage

Treffpunkt und Umweltbildungsstätte

Die seit den 1950er Jahren bestehende, einfache Waldhütte wird seit einigen Jahren gerne von Kindergärten und Vereinen aufgesucht und genutzt, weil sie in ihrer rustikalen und ursprünglichen Art die Menschen anspricht. Sie bildet ein Gegenpol zum hektischen, modernen, lauten und hochtechnisierten Alltag. Das Interesse an der Entwicklung des Stadtwaldes, dem natürlichen Umfeld Wald und den darin befindlichen Kreisläufen ist in Lage gestiegen. Daher soll die Hütte und deren Umfeld in einen angemessenen Zustand gebracht werden, um die Nutzungsmöglichkeiten zu verbessern und den Nutzerkreis zu erweitern.

 

Dazu werden das Dach und die Fassade der Hütte saniert. Der bisherige Abstellraum wird zu einem 18 m² großen Aufenthalts- und Schulungsraum ausgebaut und mit einer Küchenzeile ausgestattet. Da weder Strom noch fließendes Wasser vorhanden sind, ist eine regenerative Energiequelle (Solar-Insel Stromversorgungsanlage) genauso notwendig wie die Einrichtung einer Wasseraufbereitungsanlage, die Regenwasser in Trinkwasserqualität umwandelt. Der unmittelbare Außenbereich der Stadtwaldhütte wird geprägt durch eine 8.000 m² große Streuobstwiese mit ca. 150 Obstbäumen. Die optimale Voraussatzung für die Anlage eines „grünen Klassenzimmers“.

Teilhabe in Vielheit

Studie zu Beteiligung und Migrationshintergrund

In den Lemgoer Quartieren wurden seit 2012 von der Alten Hansestadt Lemgo gemeinsam mit dem Mehrgenerationenhaus zahlreiche erfolgreiche Quartiersprozesse durchgeführt. Trotz der hohen Inklusivität der Quartiersprozesse haben manche sozialen Gruppen nur in geringem Maße an den Quartiersprozessen partizipiert. In der Integrationsarbeit des Mehrgenerationenhauses kamen immer wieder Fragen nach den Teilhabehemmnissen insb. von Migrantinnen und Migranten auf. Gleichzeitig konnte festgestellt werden, dass Menschen mit Migrationshintergrund, die z.B. über das Mehrgenerationenhaus Zugang zum Engagement gefunden haben, sich als selbstwirksam erleben.

 

Das Projekt „Teilhabe in Vielheit“ möchte sich als Studie der Frage widmen, ob speziell Menschen mit Migrationshintergrund über Beteiligungsverfahren aktiviert werden können, um Teilhabe zu leben und sich aktiv im Gemeinwesen zu engagieren. Es wird dabei davon ausgegangen, dass die Menschen selbst Experten für ihre Lebenswelt und ihren Sozialraum sind und ihr Wissen und ihre Erfahrungen zentral für das Gelingen der Maßnahmen sind. Das Projekt folgt in diesem Punkt dem Ansatz der „Citizen Science“ (Bürgerwissenschaft), in dem die Bevölkerung aktiv an der Forschung beteiligt wird. In der ersten Phase wird ein interkulturelles Projektteam aus Laien und Profis aufgebaut, das den gesamten Prozess als Fachgremium gemeinsam steuert und begleitet. In einer zweiten Phase wird Kontakt zu Menschen aus den Zielgruppen aufgebaut und durch Interviews und moderierte Prozesse die Bedürfnisse und Anliegen für das Projekt formuliert. Ausgehend von der Bedürfnislage werden konkrete Maßnahmen konzipiert, die unter aktiver Beteiligung der Zielgruppe und unter Einbezug der Fachgruppe durchgeführt werden.

Regionale Dorfküchen

Mit ökologischen und regionalen Zutaten zu einer gesunden und geselligen Dorfgemeinschaft

Unsere Dörfer sind heutzutage oft nur noch reine Wohnorte. Sie werden immer unpersönlicher und damit unattraktiver als wirkliche Orte zum Leben. Auch der Bezug zur Landwirtschaft, zu den eigenen Nahrungsmitteln und deren Erzeugung geht immer weiter verloren. Um dem entgegen zu wirken und das Bewusstsein für eine gesunde und regionale Ernährung zu stärken, soll ein Qualifizierungsangebot zu regionalen Dorfköch*innen geschaffen werden.

 

Die Idee lautet: „Mit regionalen Dorfküchen zurück zu einer bewussten, gesunden und regionalen Ernährung und zu einer aktiven Gemeinschaft im Dorf.“ Dazu sollen Ehrenamtliche zu Dorfköch*innen qualifiziert werden. Die Ausbildung wird niedrigschwellig und kostenfrei sein. So wird ein Pool an Engagierten geschaffen, die als Botschafter*innen für eine gesunde und nachhaltige Ernährung und eine ökologische Landwirtschaft die Menschen in den Dörfern zusammenbringen. Wichtiger Teil der Qualifizierungsseminare wird die Entwicklung der anschließenden Angebote in den Dorfküchen sowie die Vernetzung mit regionalen Produzent*innen sein. Dadurch sollen auch die geplanten Dorfküchen in Lage und Leopoldshöhe belebt werden. Die Projektlaufzeit ist für ein Jahr als Modellversuch in Kooperation mit der Stadt Lage geplant. Am Ende wird eine Dokumentation in Form eines Handlungsleitfadens erstellt, damit das Projekt auf weitere Orte und Regionen überragen werden kann.