Das Projektgebiet

Daten zur Region
Beteiligte Kommunen:                   Lage, Lemgo und Leopoldshöhe
Beteiligte Ortsteile:                        37
Kleinster Ortsteil:                           40 (EW)
Größte Kernstadt:                          26.752 (EW)
Einwohnerzahl:                              93.189 (EW)
Fläche:                                           213,85 (km²)
Bevölkerungsdichte:                      430,3 (Einw./km²)
Entwicklung der Einwohnerzahl:   -1,96 % (2006 bis 2012)

Karte

Abgrenzung und Lage
Die drei Städte Lage, Lemgo und Leopoldshöhe bilden eine homogene Region innerhalb des Kreises Lippe, der als Kreis insgesamt zwar eine historisch und kulturell geschlossene Einheit bildet, hinsichtlich der siedlungsstrukturellen und wirtschaftlichen Kennzahlen aber deutliche Unterschiede zwischen dem westlichen und dem östlichen Teilraum aufweist.

Größte Stadt im Gebiet des Kreis Lippe ist Detmold, früherer Sitz des Fürstentums Lippe, mit rund 80.000 Einwohnern. Durch Sitz der Bezirksregierung Detmold, der Kreisverwaltung und zahlreicher Justizbehörden hat Detmold in vielen Bereichen zentrale Bedeutung für das Kreisgebiet. Bad Salzuflen als zweitgrößte Kommune in Lippe genießt mit Thermal-Heilbad und Kneipp-Kurort überregional Bedeutung als staatlich anerkannter und beliebter Kurort in Lippe.
Auf den nächsten Plätzen der Einwohnergröße rangieren die Stadt Lage mit rund 35.000 Einwohnern und die Alte Hansestadt Lemgo mit rund 41.000 Einwohnern sowie die Gemeinde Leopoldshöhe mit rund 17.000 Einwohnern. Alle Kommunen liegen angrenzend ausgehend von der Mitte des Kreisgebietes. Die Gebietsstruktur der Städte Lage und Lemgo und der Gemeinde Leopoldshöhe ist sich ähnlich, der zentrale Kernbereich der Kommune mit zugehöriger Infrastruktur (sicherlich in unterschiedlicher Ausprägung aufgrund der verschiedenen Größenordnungen) strahlt in seiner Wirkung in die dörfliche Struktur der 15, 14 bzw. acht Ortsteile.

Historische Entwicklung
Aus der geschichtlichen Entwicklung heraus war durch eine Anbindung an den Schienenverkehr Anfang des 20. Jahrhunderts ein wirtschaftlicher Aufschwung zu verzeichnen. Ab 1896 wurde die in Lage schon bestehende Bahnstrecke nach Lemgo verlängert, um schließlich 1903 die Strecke Bielefeld – Hameln zu komplettieren. Noch heute führt die Bahnstrecke von Lemgo über Lage und Leopoldshöhe (Ortsteil Asemissen) direkt in das „Oberzentrum Bielefeld“. Im Bereich des Straßenverkehrs bildet die Bundesstraße 66 eine Mobilitätsachse für die drei Kommunen.
Lage als lippische Stadt des Zuckers ist in der geschichtlichen Entwicklung mit der örtlichen Zuckerfabrik verknüpft. Das Werk, 1883 gegründet, wird heute als Lippe-Weser-Zucker AG als sehr moderner Standort der Fa. Pfeiffer und Langen, Köln, geführt. Die daraus entstandene enge landwirtschaftliche Verbundenheit wird durch den nicht unerheblichen Anteil der für den Zuckerrübenanbau genutzten Flächen in der Region deutlich. Auch die Gemeinde Leopoldshöhe ist in ihrer Historie durch große landwirtschaftliche Güter und Besitzungen geprägt. Wilhelm von Borries erarbeitete sich Mitte des 19. Jahrhunderts in Leopoldshöhe den Ruf als großer Pionier der Saat- und Pflanzenzucht. Der Sohn des Pflanzenzüchters Hermann v. Borries, Ende des 19. Jhds Eigentümer der Leopoldshöher landwirtschaftlichen Betriebe Eckendorf und Hovedissen und der Saatzucht W. von Borries, war einer von 6 Gründungsmitgliedern der Zuckerfabrik Lage. Symbolisch ist diese historische Bedeutsamkeit noch heute durch die Runkelrübe im Wappen der Gemeinde Leopoldshöhe zu erkennen.
Blickt man auf die Gemeinsamkeiten zum Beispiel zwischen der Stadt Lage und der Alten Hansestadt Lemgo, so fällt als erstes die Ähnlichkeit der Leinenindustrie in Lemgo und Lage seit dem späten Mittelalter auf. Beide Städte waren ähnlich wie Bielefeld durch Weber und Spinner geprägt. (Somit standen die beiden Städte in Konkurrenz zueinander. Schwierig wurde dies allerdings erst, als die Industrialisierung einsetzte und die großen Bielefelder Fir-men die Situation in Lippe noch mehr verschärften.)
Als Alternative entwickelte sich das Ziegelhandwerk. Bereits seit dem 17. Jahrhundert gab es Wanderziegler in Lippe, die sich als Saisonarbeiter vor allem in Friesland verdingten. Der große Aufschwung dieses Handwerkszweigs kam allerdings erst im 19. Jahrhundert auf und hängt mit dem Niedergang der Leinenindustrie im lippischen Raum zusammen. Lage war mit seiner Ziegelei im Ortsteil Hagen Produktionsstätte der Ziegelherstellung und galt als lippi-sche „Zieglerhauptstadt“. Auf dem städtischen Marktplatz gab es regelmäßige Zieglerbörsen (d.h. Kontraktanbahnungen zwischen Meistern und Gesellen/Lehrlingen). Zusätzlich kamen die sogenannten Zieglerboten verstärkt nach Lage, um dort Ziegler für die Arbeit in Friesland oder anderswo anzuwerben. Auch aus Lemgo strömten die Ziegler nach Lage, um dort Arbeit zu finden und loszuziehen. Heute noch gibt es Zieglervereine in den Lemgoer Stadtteilen Lieme, Leese und Entrup.
Der heutige Lemgoer Stadtteil Hörstmar gehörte von 1807 bis 1895 zum damals neuge-schaffenen Amt Lage. 1895 wurde Hörstmar dann in den Amtsgerichtsbezirk Lemgo eingegliedert und gehört seit der Eingemeindung 1970 zur Stadt Lemgo. Somit hat gerade dieser Teil Lemgos besondere Beziehungen zu Lage.
Sowohl Lemgo als auch Lage stehen für ein erfolgreiches Holzgewerbe. In Lage sind besonders Firma Seppmann, die Riekehofsche Möbelfabrik und die Sargfabrik Wilhelmi zu nennen. Für Lemgo sind es u.a. die Möbelfabrik Gebrüder Schlingmann und die Wagenbauerfamilie Scheid.
1971 kam es zur Gründung der Fachhochschule in Lippe. Am Standort Lemgo wurden Chemie, Elektrotechnik, Maschinenbau, und Produktions- und Fertigungstechnik unterrichtet. Der Lagenser Standort im dortigen Technikum bestand bis 1981 und umfasste die Fächer Architektur und Bauingenieurwesen.
Die Gründung des „Kirchdorfs“ Leopoldshöhe erfolgte erst im Jahr 1850/51 mit dem Bau der Kirche im jetzigen Ortsmittelpunkt und der Namensverleihung durch Fürst Leopold II. Für die zur jetzigen Großgemeinde gehörenden Ortsteile und Bauernschaften gibt es allerdings schon erste urkundliche Erwähnungen aus der Zeit des frühen Mittelalters. Die inzwischen weltweite Bedeutung des Unternehmens „WvB-Eckendorf“ und seiner Tochterunternehmen am Standort Leopoldshöhe hatte zunächst auch für die regionale Landwirtschaft durch eine innovative Pflanzenzüchtung große Vorteile.

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